Rundbrief

Liebe Freunde und Verwandte!

11.11.2011

Heute ist ein Jahrhundertdatum, das ist so klasse, dass ich heute unseren Rundbrief beginnen möchte. Heute ist auch Ritchies Geburtstag. Er ist heute 79 geworden, nächstes Jahr  wollen wir seinen  80. In Deutschland feiern. Wir haben mit allen Nachbarn gefeiert. Auch unsere früheren Deutschschülerinnen Wasana und Kanchana sind gekommen. Wasana mit Mann und Kind aus Welawaya und Kanchana aus Colombo. Sie haben eine Torte in Form einer Ananas gemacht, haben ein Lied auf ihn gedichtet und alle zusammen haben Theater gespielt. Es war wunderschön.

Ich habe zurzeit keinen Computer.  Mein normaler Laptop funktioniert nicht mehr. Erst dachten wir, bei einem starken Gewitter wäre er durch einen Blitzeinschlag zerstört worden. Es kann aber auch sein, dass er die dauernden Stromschwankungen hier nicht vertragen hat. Auf jeden Fall kann ich ihn nicht benutzen. Er ist jetzt in Colombo und wir hoffen, dass er repariert werden kann. Der kleine Reisecomputer, den ich immer nach Deutschland mitnehme, schreibt nur 222222222, sobald man ihn anschaltet.  Also mit ihm kann ich auch nichts anfangen.

Inzwischen haben wir den 1. Dezember. Meine Computer sind immer noch nicht ok. Ich schreibe dies auf dem von Buddini. Unsere Freundin Monika hat ihn ihr geschenkt, wir haben ihn aus Deutschland mitgebracht.  Zum Glück kann ich den jetzt verwenden.

Wir waren von Ende Mai bis Anfang September in Deutschland. Ende Mai war das große jährliche Familientreffen, da sind wir nach Möglichkeit immer dabei. Anfang September haben wir den 100. Geburtstag unserer Mutter gefeiert, da wollten wir unbedingt auch dabei sein. Als meine Schwestern vor 7 Jahren den 100. Geburtstag von unsrem Vater gefeiert haben, waren wir überhaupt nicht in Deutschland. Unsere Eltern leben ja nicht mehr, aber zu ihrer Ehre  feiern  wir ihre großen runden Geburtstage zusammen.  Wir finden es einfach schön, zu einer großen Familie zu gehören.  Wegen diesen beiden großen Treffen waren wir dieses Jahr länger als 3 Monate in Deutschland.

Außer den Verwandten haben wir viele Freunde getroffen. Ich hatte im süddeutschen Raum Lesungen mit meinem Buch, habe viele Bücher bei diesen Anlässen verkauft und neue Freunde kennen gelernt. Richie und ich sagen. Unser größter Reichtum sind unsere Freunde!

Selbst, wenn wir einen Freund nach vielen Jahren wieder sehen, ist es so, als wäre keine Zeit vergangen. An dieser Stelle wollen wir allen Freunden einen besonders lieben Gruß schicken!

Ihr macht unser Leben reich,

denn Freundschaft ist kostbarer als alles Geld der Welt.

Als wir wieder in Sri Lanka ankamen, wurden wir von den Freunden hier genau so herzlich empfangen wie in Deutschland. Wir stellen fest, dass wir in zwei Welten zu Hause sind. Es sind zwar ganz verschiedene Welten. In vielen Dingen leben die Leute hier, wie vor 200 Jahren in Europa. Aber in anderen Dingen sind sie up to date. Beim Fernsehen und den Handys zum Beispiel. Es gibt unzählige Handys aber kaum Festnetzanschlüsse fürs Telefon. Einen Fernseher hat auch so ziemlich jedes Haus.

Unser Abflug von Deutschland war sehr aufregend. Wir hatten ja 3 Laptops und viele Bücher für den Deutschunterricht. Das Zeug ist natürlich sehr schwer. Also hatten wir viel Übergewicht. Früher hat das meistens geklappt. Aber jetzt geht das nicht mehr. Alle Fluggesellschaften sind nun streng. Als die Dame beim Einchecken sah, dass die Koffer zu schwer sind, mussten wir auch das Handgepäck wiegen lassen. Das war natürlich auch zu schwer. Also mussten wir umpacken und einen ganzen Koffer zurücklassen.  In der Aufregung haben wir wichtige Sachen in dem Koffer vergessen. Das Wichtigste war die ganze Medizin und das Kabel von Buddinis Computer. Nun mussten wir unsere lieben Freunde Anne und Sonja mit dem Nachschicken der wichtigsten Sachen beauftragen. Danke euch beiden!!!

Ich hatte Probleme mit dem Rücken, in Deutschland ging es mir in dieser Beziehung nicht so gut. Aber ich bekam Hilfe und Ratschläge von vielen Freunden und gute Medizin von einer Naturärztin.  Einen Termin bei einem Rheumatologen zu bekommen, war fast nicht möglich. Anscheinend haben ganz viele Leute in Deutschland rheumatische Probleme. Erst am Ende unseres Aufenthalts bekam ich einen Termin.  Da ich ja am Anfang hier keine Medizin hatte, habe ich alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft, die ich kennen gelernt hatte. Ich mache jetzt  konsequent Gymnastik, Ritchie massiert mir jeden Tag den Rücken, wir meditieren beide und mein Leitsatz ist. Mit 80 bin ich fitter als mit 70. Die Medizin nehme ich natürlich jetzt auch, und alle zusammen hilft, dass ich mich jetzt sehr wohl fühle.

Was zum Wohlfühlen auch ganz enorm beiträgt, das ist der Kontakt mit den jungen Leuten. Die Kinder, die schon seit Jahren zu uns kommen, mit denen wir singen, malen und spielen, sind inzwischen alle herangewachsen. Nur zwei sind noch Kinder, die anderen sind alle Teenager. Dennoch kommen sie jeden Freitagnachmittag und wir machen etwas miteinander. Momentan lernen wir singhalesische Weihnachtslieder. Wir wollen Weihnachten wieder zusammen feiern.  Letztes Jahr konnten wir nur zwei deutsche Weihnachtslieder miteinander singen. Das wird nun anders. Von Freunden aus Colombo haben wir eine CD mit singhalesischen Weihnachtliedern bekommen. Die lernen wir jetzt.

Von deutschen Freunden haben wir die Idee des Faltmännchen Malens bekommen. Man faltet Blätter in 5 Teile. Dann darf jeder was malen, der Erste einen Hut, der Zweite ein Gesicht, der Nächste einen Oberkörper, dann einen Unterkörper und der Letzte darf die Schuhe malen. Da keiner gesehen hat, was sein Vorgänger gemalt hat, kommen lustige Figuren heraus. Wir hatten dabei  viel zu lachen.

Natürlich wollt ihr wissen, wie das mit dem Projekt  Abendsonne läuft. Etliche von euch spenden ja dafür, obwohl es in Deutschland auch nicht so rosig mit dem Geld aussieht. Im Moment bekommen 30 alte Leute einen monatlichen Betrag.  Die Zahl der Empfänger wechselt dauernd, klar - einige sterben, andere kommen dazu. In ihren Namen sagen wir den Spenden hier.  Herzlichen Dank!

In Sri Lanka ist jetzt Monsoonzeit.  Das heißt, es regnet jeden Tag. Es regnet viel mehr als sonst. Das ist hier im Gebirge nicht so furchtbar, außer dass das Gemüse auf den Feldern verdirbt. Das ist zwar auch schlimm, aber in den tief gelegenen Gebieten hat es Überschwemmungen, welche die Häuser ruinieren und sogar Menschenleben gekostet haben.

Wir unterrichten Deutsch und Englisch. Das macht uns auch viel Freude und erhält uns jung. Eine meiner Deutschschülerinnen ist auch sehr gut in Englisch. Sie hat bei einem Buchstabierwettbewerb mitgemacht und landete von landesweit 7000 Teilnehmern bei den ersten 17.                       Das Blatt ist voll und wir schicken euch liebe Grüße zu Weihnachten und zum neuen Jahr 2012. Lina und Ritchie aus Sri Lanka